Wissenschaftliches Arbeiten? Wie war das nochmal?

Grundlagen wissenschaftliches Arbeiten: Das klassische Modul im ersten Semester des Studiums.

Und? Weißt Du noch wie das mit der Wissenschaftlichkeit war? Nein?

Kein Problem – hier kommt eine kleine Auffrischung:

Kurz zur Unterscheidung:

Das wissenschaftliche Arbeiten:

Darunter wird der Prozess verstanden, Fragen, Prozesse oder Vorgänge in ihren Ursachen zu erforschen, zu begründet oder in einen Zusammenhang zu stellt. Dies geschieht auf der Grundlage einer nachvollziehbaren und prüfbaren Methode!

Dieser Prozess kann als sogenannte „reine Wissenschaft“ betrieben werden, wenn schöpferische oder forschende Arbeit geleistet wird. Es kann aber auch sein, dass bereits vorhandenes Wissen und Erkenntnisse aus der Forschung in einem konkreten Fall zur Anwendung kommen (angewandte Wissenschaft).

Eine wissenschaftliche Arbeit:

Eine wissenschaftliche Arbeit ist das Produkt eines wissenschaftlichen Prozesses, also des wissenschaftlichen Arbeitens! Aber auch das wissenschaftliche Schreiben, das Anfertigen des Produktes folgt Standards, Anforderungen und Techniken. Auch hier ist die Überprüfbarkeit und Nachvollziehbarkeit entscheidend.

Kurz ein Gegenbeispiel: Aufzählungen, kritiklose Reihungen von Argumenten oder unsystematische Beschreibungen zählen nicht zum wissenschaftlichen Arbeiten und auch nicht zum wissenschaftlichen Schreiben!

Der Prozess und das Produkt sind natürlich nicht so einfach zu trennen.

In den wenigsten Fällen haben wir die Zeit ein Forschungsprojekt von A bis Z durchzuführen und danach die wissenschaftliche Arbeit anzufertigen.

In vielen Fällen ist es sogar so, dass das Anfertigen der Arbeit der Forschungsprozess ist!

Wichtig zu wissen also welchen Kriterien Wissenschaftlichkeit folgt:

Kornmeier (2013) unterscheitet drei Kategorien mit wesentlichen Qualitätskriterien, die hilfreich sind:

Der Inhalt – Bedeutung ca. 70%

Der Inhalt ist Deine Forschung! Egal ob Du empirisch, theoretisch, hermeneutisch, ethnographisch oder analytisch vorgehst.

Helfen könne Fragen wie:

Was ist die Relevanz deiner Arbeit und der Beitrag für die Wissenschaft?

Wie lautet das Ziel deiner Arbeit?

Ist dein Forschungsgegenstand so klar, dass auch andere ihn wiedergeben könnten?

Wie ist die Qualität (und Quantität) deiner Literatur?

Ist dein Aufbau logisch? (Am besten wieder jemanden fragen z. B. mich)

Der Stil – Bedeutung ca. 20%

Hier geht es um das wissenschaftliche Schreiben an sich.

Ein wissenschaftlicher Schreibstil unterscheidet sich in:

  • der (richtigen) Verwendung von Fachbegriffen
  • dem Umgang mit Fremdwörtern
  • der Prägnanz, der Anschaulichkeit und der Verständlichkeit in der Du Deinen Prozess des wissenschaftlichen Arbeitens beschreibst.

Die Form – Bedeutung ca. 10%

Die Form ist wichtig – das steht außer Frage. Natürlich zählen zur Form die Rechtschreibung, die Zeichensetzung, die Grammatik und die allgemeine Übersichtlichkeit und der Gesamteindruck Deiner Arbeit.

Unter dem Gesichtspunkt der Wissenschaftlichkeit ist besonders die Konsistenz der Gliederung, die gewählte und durchgehend gleiche Zitierweise (diese ermöglicht die Nachprüfbarkeit Deiner Aussagen) und die Angabe der Quellen wichtig.

Kurz auf den Punkt:

Wissenschaftliches Arbeiten braucht ein Ziel, eine Frage, einen Forschungsgegenstand und eine Methode.

Wissenschaftliches Schreiben braucht Prägnanz, Anschaulichkeit, Verständlichkeit und Nachvollziehbarkeit.

Literatur:
Kornmeier, M. (2013).Wissenschaftlich schreiben leicht gemacht für Bachelor, Master und Dissertation. UTB

Wie orientierst Du dich, wenn du wissenschaftliche Arbeiten anfertigst? Ich freue mich auf Deine Erfahrungen in einem Kommentar

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